Nach einem halben Jahrhundert sind wir heute entschlossener denn je: Immer mehr Menschen müssen die Kunst erlernen, besser zu leben, mit weniger, das länger hält.


Mark Adams erklärt unseren Ethos

„das Konzept besteht in der Wiederverwendung Ihrer Möbel… für uns stellt Recycling eine Niederlage dar“,

Mark Adams
Geschäftsführer, Vitsœ

 


Besser leben, mit weniger, das länger hält.

Wir leben wirklich in einer seltsamen Welt. Langsam erwacht die Erkenntnis, dass mehr Zeit damit zu verbringen, mehr Geld zu verdienen, um mehr Dinge kaufen zu können, die vorübergehende Befriedigung verschaffen, nicht unbedingt der Weg zu ewigem Glück ist. Die entwickelte Welt bewegt sich von Knappheit zu Übersättigung. Die Gegenreaktion muss kommen.

Können wir aufrichtig auch weiterhin alles nur für eine so kurze Dauer benutzen, ohne dass uns Schuldgefühle plagen, wenn wir sie wegschmeißen müssen? Der Plastikbecher, aus dem wir nur einmal etwas Wasser im Flugzeug trinken; der 18 Monate alte Drucker, der weniger kostet, als seine Reparatur; und all die übrig gebliebenen Verpackungen von Ihrem letzten Einkauf im Supermarkt. Was würde/wird passieren, wenn sich die ganze Welt diese Gewohnheiten zu eigen machen würde? Mit unserer gegenwärtigen Haltung werden wir künftig drei Planeten brauchen, um uns weiterhin ausreichend versorgen zu können.

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Ingeborg Kracht-Rams im Vitsœ-Showroom in Frankfurt, 1971


Nachhaltige Entwicklung

Im Jahr 1987 hat die Brundtland-Kommission Nachhaltigkeit definiert:

„Dauerhafte Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“

Bislang scheint jedoch alles, was wir in unserem Leben tun, eine negative Auswirkung auf die Welt um uns herum zu haben. Was sollten wir also tun?

Wie wär’s damit, Produkte zu erschaffen, die eine wirklich langfristige Perspektive bieten? Produkte, die nicht möglichst schnell altern, sondern lieber zurückhaltende, anpassungsfähige und treue Helfer in einer turbulenten Welt sein möchten. Produkte, die ihren unvermeidlichen Einfluss auf die Umwelt und Ressourcen der Welt minimieren, indem sie so lange wie möglich genutzt werden können.

Das Vorhaben von Vitsœ im Jahr 1959 war es, kurzlebige Trends zu überstehen und Produkte zu schaffen, auf denen Sie Ihr farbenfrohes Leben gestalten können, als wären sie neutrale Leinwände.

Nach einem halben Jahrhundert sind wir heute entschlossener denn je: Immer mehr Menschen müssen die Kunst erlernen, besser zu leben, mit weniger, das länger hält.


Wiederverwenden, und dann reparieren

Bei Vitsœ konzentrieren wir uns auf die Wiederverwendung; denn Recycling folgt erst, wenn die Wiederverwendung fehlgeschlagen ist. Bitte rufen Sie uns an und bitten Sie uns um Hilfe bei der Umgestaltung, beim Abbau oder dem Umzug mit Ihren vorhandenen Regalen.

Natürlich hoffen wir bei Vitsœ, dass unsere Produkte gut sind. Ohne einen hervorragenden Service nützt dies aber gar nichts. In vielerlei Hinsicht sind wir eher ein Dienstleistungsunternehmen, das zufällig auch Produkte herstellt.

Sie können Ersatzteile bei uns erhalten, Ihre Möbel reparieren lassen oder sogar einen ganzen Sessel aus Ihrer Wohnung nach jahrzehntelanger Nutzung neu polstern lassen.

Vitsœ nimmt nur selten an Messen Teil, die zunehmend versuchen, Möbel als Objekte darzustellen, die der Mode unterworfen sind, und damit das Problem des steigenden Abfallaufkommens verschärfen, nur um kurzfristige finanzielle Ziele zu erreichen.

Vitsœs Ansatz ist, auf den ersten Blick, nicht billig; auf längere Sicht erweist er sich jedoch sowohl für unsere Kunden als auch für uns schnell als günstiger und ist dabei auch für die Gesellschaft von großem Nutzen.

Lesen Sie den Artikel des Atlantic Magazine – Buy to Last


Materialien besser nutzen

Die Produkte von Vitsœ werden als richtige Systeme entworfen (das Prinzip, das hinter dem langlebigen Londoner Routemaster-Bus steht, der auch ein Produkt des Nachkriegsdenkens war) mit qualitativ hochwertigen Produktmerkmalen und Finishes, die Flexibilität, Variabilität, Anpassbarkeit und somit Langlebigkeit garantieren.

Alle unsere Produkte sind einfach zu bauen, zu reparieren und zu zerlegen; der Einsatz von Kunststoff ist auf ein Minimum reduziert; die meisten Produkte enthalten recycelbares Aluminium und Stahl sowie kompostierbares Holz, das mit mechanischen Verbindungsstücken montiert (d.h. nicht geklebt oder geschweißt) ist, um die Reparatur und die Demontage am Produktlebensende zu ermöglichen.

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Ganz wenig Abfall

Vitsœ produziert sehr wenig Abfall; Reststücke extrudierten Aluminiums werden recycelt, wie auch Kartons nach vielfacher Nutzung.

Für den Transport aller unserer Aluminiumteile zwischen den einzelnen Lieferanten werden Holzpaletten genutzt; einige von ihnen waren 15 Jahre lang im Dauereinsatz.

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Wiederverwendung von Verpackungen

Wenn Lieferanten Komponenten liefern, werden Pappverpackungen und Paletten mit dem Lieferfahrzeug, das sonst leer bleiben würde, für die Wiederverwendung zurückgeschickt; Abfall und Kosten werden so reduziert.

Vitsœs Ansprüche an innovative Verpackungslösungen sind den Marktentwicklungen oftmals voraus. So werden zum Beispiel kompostierbare Verpackungen aus Stärke (die bei Vitsœ seit mehr als zehn Jahren genutzt werden) in der Welt noch immer stark unterbewertet.

Verpackung

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Obsoleszenz ist ein Verbrechen

Massimo Vignelli

Ich bin nicht reich genug, um billig zu kaufen

Anonym


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Floristikausstellung in der Wigmore Street 72, London, 2005

Descent with modification (Abstammung mit Modifikation)

„Evolution: Abstammung mit Modifikation“

Charles Darwin, 1809-1882

Die Natur veranstaltet keine jährlichen Messen, wo sie zahlreiche neue Produkte vorstellt, von denen viele praktisch sofort spurlos wieder verschwinden. Außerdem gibt es in der Natur keinen Abfall: Alle Lebenszyklen sind geschlossen. Dann begann jedoch der Mensch, in diese geschlossenen Zyklen einzugreifen, die daraufhin vor allem im 19. und 20. Jahrhundert geöffnet wurden – Abfall entstand.

Wir sollten daher von der Natur lernen, die es Arten gestattet, sich kontinuierlich mit kleinen, scheinbar bedeutungslosen Verbesserungen weiterzuentwickeln und alle Moleküle am Ende des Lebens wiederzuverwenden. Vitsœ versucht sich dementsprechend zu verhalten.

 

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