Brown Betty: the archetypal teapot
Zum London Design Festival 2016 zeigen wir eine Ausstellung zu dieser in Form und Funktion über Generationen verfeinerten Designikone.

Vitsœ London

3–5 Duke Street
W1U 3ED

17.–25. September

Montag–Samstag 10:00–18:00 Uhr

Sonntag 11:00–16:00 Uhr

Tee trinken ist ein seit Jahrhunderten unverändert zelebriertes Ritual. Eine choreografierte Abfolge von Handgriffen, die uns allen so vertraut ist, dass wir sie meist unbewusst ausführen. Traditionell greift man für diese Alltagszeremonie zu einer Teekanne, unter denen die schlichte Brown Betty weithin als archetypisches Beispiel gilt.

Ein Handwerker beim Entgraten einer Brown Betty Teekanne, fotografiert von Glen Stoker

Unter den handgemachten Gegenständen in unseren Leben und unseren Wohnungen schenken wir oft denen, die reibungslos ihren Zweck erfüllen, die wenigste Beachtung. Vielleicht weil wir grundsätzlich dazu neigen, Dinge, die gut funktionieren, als selbstverständlich anzunehmen.

Brown Bettys Glasur-Werkstatt, fotografiert von Glen Stoker

Erstaunliche 300 Jahre umspannen Entwurf und Entwicklung dieser Teekanne, die zu den am häufigsten produzierten in der britischen Geschichte gehört. Aus rotem Staffordshire Ton geformt, sind die ikonischen Proportionen der Brown Betty das Ergebnis einer über Generationen von Handwerkern vorangetriebenen Verfeinerung.

Alle Elemente sind auf die Funktionalität der Kanne ausgerichtet: angefangen beim ergonomisch geformten Griff, der empfindliche Fingerknöchel vor Verbrennungen schützt, bis zum ausgeklügelten Ausguss, der den Tee ohne Tropfen in die Tasse fließen lässt, während die teefarbene Rockingham Glasur unschöne Spritzer und Sprenkler geschickt unsichtbar macht. Dank dieser sorgfältigen Überlegungen hat sich das so selbstverständlich wirkende Design zu einem Symbol für heimelige Gemütlichkeit und beruhigende Beständigkeit entwickelt.

Ian McIntyres Recherchen zu Brown Betty, fotografiert von Glen Stoker

Der Keramiker Ian McIntyre hat sich ausführlich der Geschichte und der Produktion dieses unscheinbaren Gegenstands gewidmet, der sich heute weltweiter Beliebtheit erfreut.

Zum London Design Festival hat McIntyre eine Ausstellung bei Vitsœ London kuratiert, die nicht nur die Herstellungstechniken der Brown Betty zeigt, sondern auch zum Nachdenken darüber anregt, wie „die Hingabe zu einem Material oder einem Design und die beständige Verbesserung eines Prozesses zur Produktion eines Klassikers führen. Nicht aus Gründen der Nostalgie, sondern deshalb, weil er seine Funktion optimal erfüllt.“